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Luisas Entdeckung

Das kleine Etwas entpuppte sich als ein kleines braunes lustig aussehendes Männlein. Sein Körper hatte die Form eines dicken Buches und ein schwarzer Hut saß auf seinem Kopf
Es schüttelte sich benommen und strich sich eifrig sein braunes Mäntelchen glatt.
Dann schaute es Luisa prüfend an, reicht ihr eine klitzekleine Patschhand und fragte höflich:
“Darf ich mich vorstellen?“
 Prüfend schaute er Luisa an.
“Mein Name ist Buchwussel“ sagte der kleine Kerl und schon kullerten die ersten Tränen. Verwundert und mitleidig schaute Luisa auf den kleinen Mann herunter und streckte ihre flache Hand aus.
„Komm hör auf zu weinen“, sagte sie tröstend. „Ich tu dir nichts Böses. Lass uns lieber reden, vielleicht kann ich dir ja helfen“, sagte sie.
„Hast du ein Taschentuch“, fragte das kleine Buchwussel  zaghaft und schwups stand es auf Luisas
Hand.

„Du bist aber ein super-niedlicher kleiner Mann“, stellte Luisa fest.  Dann versicherte sie ihm, dass alles gut werden würde, weil sie doch schon 6 Jahre alt sei und ein vernünftiges, großes Mädchen.
Gerade als Buchwussel antworten wollte, kamen die Geburtstagsgäste angestürmt, um sich zu verabschieden. 


Viele Hände streckten sich Luisa entgegen, wie das so ist, wenn sich Freunde verabschieden.  Nur was tun, wenn man nur eine Hand frei hat?
„Was versteckst du da hinter dir“, fragte Michael neugierig und versuchte Luisa um zudrehen. „Ach das ist mein Geheimnis Michael, ich mag das jetzt nicht zeigen.“
„Typisch Mädchen, dann eben nicht“, maulten einige der Geburtstagsgäste, während Luisa ungeduldig wartete, dass sich die Kinder verabschiedeten.
Unhöflich ist das eigentlich schon, aber wenn man doch bedenkt, dass Luisa den kleinen Buchwussel beschützen musste, dann kann man das verstehen.
 
Nur, es kann ja außer uns und Luisa keiner wissen.
Vorsichtig schlich sich Luisa ins Haus zurück und konnte ungesehen ins Kinderzimmer schlüpfen, welches sie mit Timo, dem kleinen Bruder, noch teilen musste.
Oben angekommen setzte sie sich mit dem kleinen Wesen aufs Bett. „Siehst du, hier ist mein Zuhause und nun erzähle doch einmal bitte“, bettelte sie und trampelte aufgeregt mit den Füßen auf dem Teppich. Buchwussel machte es sich in einer Falte des Kopfkissenbezuges bequem, seufzte tief, und schnaubte erst einmal seine kleine Knollennase.
„Alles nur wegen deinem Buch“, sagte er vorwurfsvoll.
 
Und dann erzählte er Luisa seine ganze traurige Geschichte.
„Wir Buchwussels leben auf dem Buchstabenplaneten im ABC-Land.
Dort wo ich herkomme, müssen die Buchwusselkinder auch zur Schule gehen, genau wie hier bei euch Menschen auch. Wenn wir dann schlau genug sind, dürfen wir in die Bücherläden ziehen, die unser Bürgermeister für uns ausgesucht hat.
Jeder gute Buchladen, der schöne Bücher verkauft, braucht einen Buchwussel“, erzählte er und nickte energisch.
Was energisch ist, wisst ihr doch oder?  Wenn man unbedingt zeigen will, wie ernst oder wichtig etwas ist, dann schaut man richtig energisch aus.

„Wir Buchwussels sorgen dafür,           
dass die Bücher nicht staubig werden. Wir lesen sie eifrig, damit die Buchstaben keine Langeweile bekommen“, erzählte es nun schon etwas fröhlicher.
„Hihi“, lachte Luisa.
 Buchstaben können doch keine Langeweile bekommen, Du willst mich nur veräppeln!“ Da erklärte ihr das kleine Buchwussel, wie traurig die Bücher im Buchladen oft monatelang in den Regalen warten müssen, bis jemand vorbeikommt, der noch Freude am Lesen hat. Dann bekommen doch die Buchstaben Langeweile und wir Buchwussels müssen dafür sorgen, dass sie nicht zu traurig werden. Wir müssen sie putzen und lesen, damit sie wissen, dass sie gebraucht werden.
Ungläubig schaute Luisa den kleinen Burschen an. „Oh, kannst du nicht hier bei mir meine Buchstaben putzen und bei mir bleiben? Bis ich mein Buch lesen kann muss ich auch noch viel lernen und ich komme erst im Herbst zur Schule. Da werden meine Buchstaben aber auch eine Langeweile bekommen gell? Und überhaupt, so einen kleinen Freund könnte ich gut brauchen. Wohnen kannst du doch im Bücherregal.“ „Na, da muss ich erst einmal schauen, ob das auch gute Bücher sind, denn nichts hasse ich mehr wie Mickymaus-hefte oder Spiderman!“
„Da kann ich dich beruhigen“, war Luisas Antwort.
Überzeugt haben den Buchwussel nicht nur die Bücher, nein es fand sein neues Zuhause einfach gemütlich und außerdem wurde er hier richtig gebraucht.
So kam es, dass das Buchwussel bei der kleinen Luisa einzog.
Buchwussel erkundete ausgiebig das Zimmer denn er brauchte doch einen Schlafplatz.
Er untersuchte alle vier Ecken, huschte durch die Stofftiere kletterte über Autos und Puppenwagen und entdeckte dann unter Luisas Bett einen kleinen Karton.
Als er den Deckel anhob wurde er ganz aufgeregt. Bunte Buchstaben lagen da drin und er hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.

„Das Buchwussel werde ich genannt
meine Heimat ist das Buchstabenland
ich helfe Menschen groß und klein
beim Lesen lernen das ist fein!“


“Ehrlich, das würdest du tun, mir das Lesen beibringen damit ich endlich mein Geburtstags-Erwachsenenlesebuch lesen kann?“  Buchwussel nickte mit dem Kopf. „Na sicher doch gerne, das ist doch großes Buchwussel-Ehrenwort. Aber eine Bitte habe ich noch!“„Alles, was du willst“, versprach Luisa.....

Da erzählte ihr das kleine braune Männchen, dass es dem Bürgermeister und allen Bewohnern seines Landes ein Erdenkind mitbringen würde welches unbedingt Lesen und Schreiben lernen möchte.
Nur so bekämen die Buchstaben wieder Mut und würden sich nicht mehr überflüssig und traurig fühlen.
„Aber, stotterte Luisa, „wie soll das gehen und wie kommen wir dort hin?“
Der Buchwussel lächelte. „Das ist ganz einfach, du musst mich nur an die Hand nehmen und mit mir in deinem Buchstabenkarton springen!“
So geschah es dann auch und was dann passierte hätte sich Luisa niemals träumen lassen.
Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte....

Fortsetzung folgt versichert Euch  



Celine 31.05.2015, 13.03

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